Volker, Buchbinder & Maler

Als Corona anfing, habe ich zu meiner Frau gesagt, wenn die Chinesen schon so eine riesen Großstadt absperren und vollkommen dicht machen, dann läuft da irgendwas richtig Fieses. Und da hat unsere Regierung weder was zu gesagt, geschweige denn reagiert. In den Nachrichten waren schon die ersten Meldungen, dass sich von irgendeinem Markt in Wuhan ein Virus verbreitet und seitens der Regierung wurde – ich denke das war europaweit – gar nichts unternommen. Die Flugzeuge flogen nach China und wieder zurück. Hierhin und dorthin. Und ich kann mich erinnern, dass ich bereits Ende Januar, Anfang Februar mit meinen Mitmusikern telefoniert habe, und weil niemand wusste, was da überhaupt Sache ist, da schon unsere Probe abgesagt habe, weil wir alle ältere Herren sind und einer unserer Gruppe schon schwer an COPD erkrankt ist. Wir haben sofort aufgehört uns zu treffen. Ich persönlich kann eigentlich mit dieser Situation recht gut umgehen. Mich selbst betrifft es nur am Rande. Ich mache als Rentner meine täglichen Spaziergänge. Das einzige, was sich geändert hat, dass nicht mehr so viele Leute auf der Straße rumlaufen, mit denen man sich unterhalten kann. Es werden immer weniger, die auch mal stehen bleiben und sich unterhalten wollen. Ich glaube, dass auch ein großer Teil der Leute einen richtigen Stiefel Angst davor hat, sich anzustecken, weil dieses Coronavirus natürlich extrem ansteckend ist und die Verläufe bei alten Leuten natürlich sehr oft, vor allem bei Vorkrankungen, sehr schwer sein können.
Ich persönlich habe keine Angst. Ich bin natürlich sehr vorsichtig. Aber wenn man sich die Statistiken ansieht, dann muss man auch einfach sehen, dass die unter 60 Jährigen kaum gefährdet sind. Die Anzahl der Übersterblichkeit im letzten Jahr ist eigentlich nur bei Leuten über 85 auffällig – rein statistisch. Die Todesfälle bei unter 40-Jährigen gehen statistisch gesehen gegen Null. Bei dieser Altersgruppe sind im letzten Jahr ca. 400 Leute an oder mit Corona verstorben. Man kann davon ausgehen, dass ein sehr großer Anteil davon schwer vorerkrankt war. Jeder Tote ist immer ein Schicksal und für die Familien ganz schrecklich. Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob jemand 9 Monate, 9 Jahre oder 90 Jahre alt ist. Das ist vollkommen klar. Aber man muss die Verhältnisse beachten. Ohne Corona sind 900.000 gestorben und mit Corona 950.000. Wir hatten im Jahr 2018, meine ich, sechs Wochen lang Grippe, da sind im Monat 25.000 Menschen gestorben und das war ein kleiner Artikel in der Zeitung: Eine Zeile breit, vier Zentimeter hoch. Damals hat sich überhaupt kein Mensch darum gekümmert. Ist halt die Grippe und fertig. Die war vielleicht nicht so anstrengend, aber tödlich allemal genauso. Im Jahr 2020 sind wegen der Hitze im Juli oder August wesentlich mehr Leute zu Tode gekommen als der sonstige Durchschnitt erwarten lässt. Da verliert niemand ein Wort drüber. Da wird den alten Leuten nicht gesagt: „Bitte, morgen wird es 40°C heiß, deckt euch mit Wasser ein und bleibt im Haus!“ Sondern es wird schlicht und einfach überhaupt nichts unternommen. Das wird einfach so hingenommen. Während für die Coronakranken im Krankenhaus auf der Intensivstation Plätze freigehalten werden, gehen die Leute aus Angst nicht mehr zum Arzt, weil sie glauben, sich anstecken zu können und sterben signifikant mehr an Herzinfarkt und Herz-Kreislauferkrankungen. Die Verhältnisse stimmen so nicht.

Und nicht zuletzt auch unsere Politiker, die – das muss man einfach so sagen – eigentlich auf der ganzen Linie versagt haben, die es innerhalb eines Jahres nicht hingekriegt haben, die Bevölkerung zu schützen und schon lange nicht vernünftige Gesetze zu machen, um ihre Maßnahmen zu untermauern. Im Moment werden wir von einer „Junta“ regiert – Stichwort Regierungsausschuss, den die Kanzlerin zusammengestellt hat: 16 Ministerpräsidenten und eine Kanzlerin bestimmen Coronapolitik in Deutschland und verordnen ohne Parlamente. Das ist ein Unding. Das ist meiner Ansicht nach rechtlich gesehen ein Putsch. Ich weiß nicht, was ein Staatsrechtler dazu sagen würde. Ich für meinen Teil habe keinen Artikel gefunden, der unser Grundgesetz – die Einbeziehung der Parlamente – auf Grund von Erkrankungen, Seuchen, Pest und Cholera außer Kraft setzt. Und das ist nunmal definitiv geschehen. Auf jeden Fall wird unsere Demokratie langfristig darunter leiden. Denn es lässt sich ja fein regieren, wenn man keine Widerstände hat und Verordnungen erlassen kann. Wenn bei derartigen Anlässen die Politiker merken, dass die Bevölkerung widerspruchslos mitmacht, kann ich mir vorstellen, dass da auch Begehrlichkeiten geweckt werden. Und wenn die Gesetze nicht vorhanden sind, sondern alles nach Verordnungen geht, dann wird es auch irgendwann irgendwelche Leute geben, die sagen „Ich verordne mal eben und dann warten wir mal ab, was passiert!“ und setzen die Parlamente außer Kraft. Das haben wir ja gesehen. Das ist ja so. Es ist ja auch so, dass diese Verordnungen willkürlich erlassen werden. Es ist ja nicht so, dass da irgendwelche Gremien besetzt werden, sondern da sitzen 16 Ministerpräsidenten gegen die Kanzlerin, die jeder ihr eigenes Süppchen kochen wollen und am liebsten selber viel, viel toller sein wollen als ihre Kollegen aus den anderen Bundesländern.Und sich auch schwer einigen können, welche Maßnahmen nun richtig und sinnvoll sind und sich im Grunde genommen nur auf das Urteil bzw. die Sichtweise einiger weniger Virologen und ich weiß nicht was noch für Wissenschaftler berufen, ohne Soziologen, ohne Psychologen, Wirtschaftsfachleute und was noch alles. Sondern es dreht sich alles nur um Corona. Die Kollateralschäden werden überhaupt nicht berücksichtigt, sondern einfach billigend in Kauf genommen. Hier sehe ich die Defizite bei der Prägung der Kleinkinder in erster Linie, die keine Kontakte erlernen können, weil diese schlicht und ergreifend fehlen; die selber schon Angst haben, mit anderen Kindern zu spielen, weil sie immer nur hören: „Du darfst nicht, du darfst nicht, du darfst nicht!“ und sie die Mimik der Erwachsenen nicht mehr sehen können und so weiter und so weiter. Dann die unsägliche Maskenverordnung, die sicherlich ganz bestimmt auch richtig ist, aber: nicht immer und nicht überall! Ich lasse mir einfach nicht vorschreiben eine Maske zu tragen, wenn ich in der freien Natur unterwegs bin und schon lange nicht, wenn ich 1,50 Meter Abstand zum nächsten Menschen habe. Es reicht nicht, dass ein Bürgermeister ein Schild aufhängt „Ab hier Maskenpflicht!“ ohne irgendwelche gesetzlichen Grundlagen, sondern nur auf Grund von Verordnungen seitens der Ministerpräsidenten. Das ist purer Aktionismus. Die haben nichts besseres zu tun. Sie haben nichts anderes zu tun als zu verordnen und zu verordnen und zu verordnen und mit diesen Verordnungen immer nur zu verbieten. Sie sagen zum Beispiel: „Wer geimpft ist, darf nicht privilegiert sein!“ So ein Unsinn! Wenn jemand geimpft ist, dann ist er geimpft und braucht sich und andere nicht mehr vor Corona zu schützen. Seine Grundrechte zurück zu bekommen ist kein Privileg. Es sind unsere Grundrechte! Die sind unveräußerlich. Sicherlich gibt es diverse Auslegungen und diverse weiche Paragraphen, wie zum Beispiel das Recht auf Unversehrtheit der Wohnung. Völlig klar, wenn die Polizei sagt, sie muss in irgendeine Wohnung rein, dann sagt sie: Da ist Gefahr im Verzug. Dann kommt sie da rein und da wird sich auch niemals ein Richter finden, der sagt: Oh, das ist gegen das Grundgesetz gewesen. Aber – nur ein Beispiel: Die Religionsfreiheit ist unveränderlich. Ob mir das persönlich passt oder nicht. Ich hab mit Religion so gut wie gar nichts am Hut. Aber es steht nunmal im Grundgesetz. Es kann niemand per Verordnung verfügen, dass die Leute nicht mehr gemeinsam in der Kirche sitzen dürfen und Kirchenlieder singen.

Und am schlimmsten sind diejenigen, die mit Masken im Auto hinterm Lenkrad sitzen und sich vor Panik in die Hose pinkeln aber mit Bluthochdruck jeden Abend drei Flaschen Rotwein bechern. Die Menschheit hat die Neigung, sich um die Sau zu kümmern, die grade durchs Dorf getrieben wird. Wir werden hier gegängelt – ich will das nicht in Frage stellen, persönlich halte ich die Maßnahmen zum größten Teil für richtig und notwendig – aber es wird hier über über 85-jährige Tote geredet, während die europäische Gemeinschaft es gnadenlos hinnimmt, dass täglich Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen. Da kräht kein Hahn nach. Das ist eine Doppelmoral sondergleichen. Im letzten Jahr sind für über 1 Milliarde Euro Waffen in Kriegsgebiete verkauft worden, obwohl das, soweit ich weiß eigentlich vom Grundgesetz her verboten ist. Man darf keine Waffen in Krisengebiete schicken. Das interessiert die überhaupt nicht. In Afrika tobt der Krieg, im Jemen ist seit 10 Jahren der Bürgerkrieg zu Gange, da steht einmal in der Woche ein kleiner Artikel in der Zeitung, während drei Tote in Lastrup oder Vechta dargestellt werden wie ein Pestausbruch im Mittelalter.
Und dann die Ungleichbehandlung die jeden Tag zu sehen ist. Der Frisör darf aufmachen, aber der Möbelverkäufer nicht. Im Supermarkt kann ich mir ein Radio kaufen, einen Fernseher, oder von mir aus ein Elektrofahrrad, aber der Elektromarkt ist zu und der Fahrradladen auch. Die Kassierer in den Supermärkten und die Krankenpflegerinnen malochen den ganzen Tag, werden beklatscht, aber bekommen noch nicht mal eine Gefahrenzulage. Die müssen sich so behandeln lassen, mit ihrer ungerechten Bezahlung und werden beklatscht. Das ist doch lächerlich! Das ist doch traurig!

Meiner Ansicht nach müssten alle unter 40-jährigen auf die Straßen getrieben werden und alle alten Leute sollten isoliert werden. Es gibt heutzutage Telefone und Videotelefonie und man kann durch dicke Glasscheiben mit Sprachfenstern kommunizieren und es gibt Desinfektionsmittel… Die Kanzlerin hat Unrecht, wenn sie glaubt, man könnte es den alten Leuten nicht antun, sich zu isolieren. Das stimmt einfach nicht. Es ist viel, viel schlimmer, die Bevölkerung einzusperren, die jungen Leute einfach nicht mehr machen zu lassen. Die Vereine gehen kaputt, es wird kein Sport getrieben, die Kinder können nicht schwimmen gehen, sie dürfen nicht auf die Spielplätze… Eine endlose Litanei von Verboten. Dann wird gelockert in Situationen wo die Inzidenzen in die Höhe schnellen und es wird zu gemacht, wenn es den Herren und Damen in Berlin gerade so passt. Die Ausgangssperre… Damit sich die jungen Leute nicht zum Feiern treffen… Die jungen Leute gehen abends um zehn ins Bett, weil sie am nächsten morgen arbeiten müssen. Verweilverbot in Düsseldorf… das muss man sich mal vorstellen: Da geht ein alter Mann spazieren, ist müde und muss sich zwei Minuten auf eine Bank setzen. Darf er nicht, weil es ist „Verweilverbot“. Da werden Dinge erfunden, die es so gar nicht gibt. Gründonnerstag ist jetzt „Ruhetag“. Da muss man sich doch fragen: Werden die für ihre Kreativität in Wortschöpfungen und Verbote erfinden bezahlt, oder was soll das?! Irgendein Bürgermeister erlässt eine Maskenpflicht ohne gesetzliche Grundlage in der Innenstadt und schickt die Leute vom Ordnungsamt los, die darauf achten sollen, und wer sich weigert muss ein Ordnungsgeld bezahlen. Diese Leute sind dazu gar nicht befugt! Die sind dazu befugt, den ruhenden Verkehr zu bewachen und darauf zu achten, dass die Leute keinen Müll in die Natur werfen. Dafür ist das Ordnungsamt da. Aber nicht, unbescholtene Bürger damit zu behelligen, unsinnige, ungesetzliche Verordnungen durchzuführen. Dann wird über Homeofficepflicht diskutiert… Als ob jeder Homeoffice machen könnte! Hunderttausende von Leuten gehen in die Fabriken und produzierenden Betriebe, ohne dass die überhaupt Auflagen bekommen. Die müssen nicht mal getestet werden. Seit über einem Jahr geht das so. Und die überlegen, wo die Inzidenzen her kommen. Die steigen doch nicht, wenn Enkelkinder ihre Großeltern besuchen! Die sind schon vorsichtig genug.


Die letzten Interviews stehen an. Dann ist das Projekt Faces in Times of Corona beendet. 14 Monate habe ich die Pandemie nun schon mit meiner Kamera begleitet. Demnächst werden viele der Bilder im Stadtmuseum Quakenbrück gezeigt. Damit dir nichts entgeht, trag dich doch ganz fix für meinen Newsletter ein.

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