Als Corona anfing hab ich gedacht: Scheiße! Ich hab mich Anfang Januar mit dem spirituellen Coaching selbstständig gemacht und hatte gerade im März das Gefühl, dass ich mich gut aufgestellt habe. Ich hatte schöne Workshops, einen Tag der offenen Tür organisiert und musste alles absagen. Und das war für mich wirklich ein Schock. Also wirklich direkt in die absolute Existenzangst. Auch ich war in so einer Schockstarre. Gott sei dank hat das nicht lange angehalten, weil ich mich dann ja immer frage: Was ist da Gutes drin? Was ist das Geschenk? Oder was soll ich lernen? Und dann habe ich mich erinnert, dass ich Anfang Januar noch gedacht habe: 17 Jahre Schichtdienst als Hebamme und wirklich viel, viel, viel gearbeitet und mich aufgeopfert und zu menschenunmöglichen Zeiten gearbeitet. Eigentlich hatte ich mir eine kleine Pause gewünscht. Und konnte dann dieses Geschenk Corona sehen und sagen das ist jetzt meine Kur, um die Lebensakkus wieder aufzuladen. Ich konnte das total schnell annehmen, weil ich gemerkt habe, dass ich jetzt super viel Zeit für mich und meine Tochter habe. Ich bin ja alleinerziehend und hab gemerkt, dieses Geschenk – diese Zeit zusammen, das war richtig schön! Wir haben z.B. zusammen ein riesen Puzzle gemacht. Das war ein Projekt von drei Wochen und wir haben das wirklich gemeinsam vollendet. Das war ein riesen Erlebnis. Und ja auch nochmal sich auf sich zu besinnen. In dieser Phase, wo man ja wirklich Zeit hat miteinander. Und auch gar nicht so dieses im Außen sein können, weils einem ja nicht erlaubt ist. Auch da nochmal anders Kontakt zur Familie aufzunehmen. Man ist sich im Herzen so nah, trotz dieser Distanz. Am Anfang hat es eine neue Qualität entwickelt. Aber auf die Dauer hat es einen natürlich nur noch genervt, dass man die anderen nicht besuchen darf, umarmen darf und eben so nah sein darf, wie es vorher möglich war. Und ich merke jetzt, wo wieder das normale Leben an Fahrt gewinnt, das entspricht schon mehr mir. Also dieses dauerhafte nur zurückgezogen sein ist nicht meins. Ich brauche schon beides. Ich brauche Alleinezeit, Zweisamkeit und auch Ruhe. Aber ich brauche auch Action, Kontakt, sprühendes Leben und mit Leuten was zu erleben.

Meine Einstellung zum Leben ist jedem Tag zu begegnen wie er kommt. Ich weiß das alles möglich ist und gehe immer erstmal vom Positiven aus. Und wenn mir was begegnet, wo ich denke: „Huch! Das ist interessant. Und dann frage ich mich: Was soll ich daraus lernen?“ Und was mich geschockt hat an der Situation ist, wie die Menschen auf Corona reagiert haben. Da waren auch im nahen Umfeld krasse Angstreaktionen, wo ich dann irgendwie gemerkt habe, die bekommen sogar noch mehr Angst, weil sie sehen, dass ich keine Angst habe. Ich habe mich davon nämlich nicht einschüchtern lassen. Ich habe immer nur ganz viel Liebe geschickt zu den kranken Menschen, zu den alten Menschen, zu den Babys. So nach dem Motto, wir schaffen das! Wenn ihr daran glaubt, dass ihr gesund bleibt, dann bleibt ihr gesund. Je positiver ich bin, desto weniger Angst habe ich und desto weniger passiert mir. Das ist meine Theorie. Das war schon vor Corona so und das ist jetzt immer noch so. Für mich habe ich Corona nicht als ernste Bedrohung angenommen. Ich habe natürlich aber alles, was empfohlen wurde eingehalten: Das zu Hause bleiben, der Mundschutz, Abstand halten. Da habe ich mich nicht drüber lustig gemacht. Das habe ich hingenommen. Ich habe gedacht, wir gehen jetzt einfach auf Nummer sicher. Aber dann diese Reaktionen durch die Angst. Die haben mich schockiert. Ich habe das gesehen und habe gedacht, dass diese ganze Situation auch ein Stück das wahre Gesicht zum Vorschein bringt. Welchen Weg wähle ich? Das ist ja auch, was ich lebe und lehre: Für welchen Weg entscheidest du dich? Entscheidest du dich für die Angst? Oder entscheidest du dich für die Liebe? Im Grunde genommen lässt sich jede Entscheidung darauf zurückschmeißen. Und ich hab einfach nur gedacht, dass es am Ende die Besonnenheit ist, die siegt. Dass wir uns also nicht gegenseitig bekämpfen, sondern uns aus der Besonnenheit heraus für oder gegen etwas entscheiden. Und ich finde, das hatte eine ganz schöne Entwicklung. 

Ich finde, Corona hat den Leuten geholfen aufzuwachen. Zu gucken, was wirklich wichtig ist im Leben. Für mich als spiritueller Coach ist es die Liebe. Viele denken da nur an ihre Familie, ihre Kinder, vielleicht noch ihre Haustiere, aber geht um viel mehr und ich glaube, diese Zeit hat den Menschen gezeigt, dass es doch auch normal ist spirituell zu sein. Was ist denn Spiritualität? Ist das nicht einfach nur mehr Bewusstsein? Und diese drei Monate, die haben bei vielen Menschen einfach zu mehr Bewusstsein für das Leben geführt. Darüber freue ich mich total und bin sehr dankbar. Ich denke auch, dass das etwas ist, was anhalten wird. Und aus diesem neuen Bewusstsein werden sich neue Regeln erschaffen, mit mehr Respekt, mit mehr Menschlichkeit, mit mehr Miteinander. Weil einfach so vielen Leuten klar geworden ist, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. 

Die Politiker mussten erstmal vom Schlimmsten ausgehen, deswegen konnte ich die Maßnahmen auch verstehen. Da war diese Angst und man wollte das Beste für die Menschen. Und wenn später rauskommt, das war übertrieben, dann fände ich das auch nicht schlimm. Denn es ging erstmal um die Sicherheit. Sowas gab es noch nie. Wie hätte ich mich entschieden, wenn ich an der Stelle gesessen hätte? Nicht verurteilen. Sondern jeden erstmal seinen Job machen lassen. Aber natürlich aus den Fehlentscheidungen lernen. Aus Fehlentscheidungen oder Nicht-Angucken-Wollen der letzten Jahre lernen und jetzt sagen: Ich entscheide neu! Ja, ich muss doch nicht in den alten Fahrwassern der alten Politik entscheiden. Sondern wenn die Menschen jetzt Neues wollen, darf ich doch neu entscheiden. Dafür ist, finde ich, die Zeit. Das man – egal wie man arbeitet – sagt: man wird kreativ. Man hört auf, in diesen alten Denkmustern zu denken und zu handeln. Sondern man erfindet sich ein Stück weit neu. Weil die Zeit Wunder bietet. Im Prinzip ist alles möglich. Was mache ich jetzt damit?! Werde ich kreativ und schaue, was für Lösungen es gibt und nehme die bestmögliche Lösung? Oder bleibe ich in meinem alten Trott und lass die Scheuklappen auf und nehme sie noch nicht mal wahr und sage „Das haben wir schon immer so gemacht. Das machen wir weiter so!“!? Meine Hoffnung liegt auf den jungen Generationen, die alle auch mit einer neuen Weisheit, mit neuem Drive und neuen Ideen kommen und das einfach nur umsetzen wollen. Und die, die das blockieren, sind die Alteingesessenen. Das bricht jetzt auf. Und da wünsche ich mir mehr Offenheit. Zu sehen, dass da jemand mit einer neuen Vision kommt und vielleicht verrückten Ideen – aber wir können es doch wenigstens versuchen. Und wenn es dann nicht gut wahr, dann kann man immernoch wieder neu entscheiden. Dieses Kreative ist wichtig, raus aus diesem Alten und rein in neue Strukturen. Da setze ich auf die kommenden Generationen, die dann die führenden Positionen einnehmen – Konzernchefs, Politiker… Wenn ich so in die Zukunft gucke, freue ich mich einfach. Weil ich glaube, dass alles möglich ist.

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