Julia, ein Jahr später…

Am 1. November habe ich meinen Mann vom Notarzt abholen lassen. Da habe ich schon gedacht, der stirbt mir jetzt. Das waren ganz fürchterliche Szenen, wenn du die Panik in den Augen siehst. Das hat man ja vorher noch nie erlebt. Bei mir war es auch so, dass es die Nächte vorher massiv war. Wir waren beide an Covid erkrankt. Bei ihm mit dem Husten – ich habe überhaupt keinen Husten gehabt. Ich hatte alles andere. Dann habe ich Sonntag mit ihm geredet und gesagt: „Andreas, ich glaube, es ist besser, wenn du ins Krankenhaus gehst. Wenn das nochmal so ist wie letzte Nacht…!“ Er hatte die ganze Zeit Hustenanfälle und ich hab ihn wirklich überredet. Ich hab ihm gesagt: „Du musst mir helfen. Du musst mir sagen, was ich dir einpacken soll. Ich gehe hoch und packe deine Sachen, aber ich kann jetzt nicht fünf mal hochlaufen. Ich schaff das nicht.“ Und er hatte wohl im Kopf, dass wegen der Quarantäne ja keiner zu uns kommen konnte und meinte: „Oh nein, dann bist du ja alleine hier…“ Ja und bis der Notarzt kam, wurde es so schlimm! Sie haben ihn dann beruhigen müssen, dass er sich nicht immer wieder die Maske abriss und der Arzt war sehr gut, aber das waren schon heftige Szenen. Während er versorgt wurde, habe ich mitbekommen, dass der Fahrer immer wieder fragte, wo er ihn denn hinbringen sollte. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass der Tag ganz schlimm gewesen sein muss mit den Einlieferungen. Und dann fiel die Entscheidung aufs Clemenshospital, das ja auch das nächste hier ist. Ich habe aber auch nie gedacht: „Hätte ich ihn bloß in die Uniklinik bringen lassen!“ Denn ich bin ein paar Mal gefragt worden, warum ich ihn nicht dorthin gebracht habe. Es wurde ja permanent gefunkt: Clemens! Sie haben im Clemens eine super Coronastation und bei allem was gewesen ist und wie ich es mitbekommen habe, wenn ich angerufen habe – mit ihm konnte ich ja nicht sprechen, aber mit seinen Pflegern – und die mir gesagt haben, wie es so ist… für mich haben die in den letzten drei Tagen alles getan, was menschenmöglich war. Die haben mich auch zum Schluss mit ins Boot genommen: „Wollen wir das und das? Wir versuchen jetzt noch das und das…“
Nach der Einlieferung habe ich die ganze Nacht keine Info bekommen, was jetzt ist. Ich war mir die ganze Nacht nicht sicher, ob sie ihn sofort ins Koma legen mussten, habe aber am nächsten Morgen sofort erfahren, dass es doch nicht nötig war. Und dann konnte er mir auch immer mal so Drei-Wort-Sätze schreiben.

Zum Schluss, als es so aussah, als würde es besser, da fehlten ihm drei Wochen und er wusste gar nicht, was überhaupt gewesen ist. Es ging zum Jahresende und er machte sich Gedanken um seine Arbeit und da konnte ich ihm schöne Grüße von seinem Arbeitgeber bestellen, der sagte, er solle erstmal wieder auf die Beine kommen und gesund werden. Ich hab sonntags zu ihm gesagt, ich kann dich ja anrufen und du kannst einfach zuhören. Denn das mit dem Sprechen und Atmen, das funktionierte noch nicht gleichzeitig. Da habe ich ihm alles mögliche erzählt… Ich selbst war ja auch noch krank. Essen habe ich gebracht bekommen von meiner Mutter. Ich konnte mir grade mal ein Brot schmieren. Ich kann heute gar nicht mehr sagen, wie ich das geschafft habe. Irgendwie schaltest du auf so einen Sparmodus. Wenn ich überlege – die ganze Zeit, in der ich so irre Angst um Andreas hatte und mich gefragt hatte, ob er es schafft – kein Mensch durfte zu ihm. Er war komplett alleine. Ich konnte auch nicht ewig telefonieren. Ich war ja selber so schlapp. Im Nachhinein frage ich mich selbst, wie ich das überstanden habe. Am letzten Tag, als wir miteinander gesprochen haben, habe ich zu ihm gesagt: „Andreas, das ist doch schon mal super, dass die mit dir über die Reha sprechen.“ Da war eine ganz spezielle, auf Corona spezialisierte, die recht weit weg gewesen wäre. Da meinte ich: „Es ist doch ganz egal, wie weit es weg ist. Ich kann bestimmt irgendwie mal kommen. Wie oft ich dann kommen kann, oder ob es sinnvoll ist, dass ich dann sogar mitkomme, das müssen wir dann sehen. Aber wenn du dann das genommen hast, was das Beste für dich war, dann sind wir doch hinterher auch wieder zusammen…“ Ich habe ihm wirklich gut zugeredet. Er hat drei Wochen lang gedacht, er erstickt. Er fragte dann auch immer nach meiner Lunge, und ich habe versucht ihm zu erklären, dass ich es ganz anders gehabt habe: „Bei mir stimmt etwas mit dem Kopf nicht. Ganz schlimm!“
Was mich immer wieder zwischendurch sehr beschäftigt… er ist drei Wochen lang in einem Zimmer gewesen, wo nur vermummte Menschen zu ihm gekommen sind. Das ist ja wie ein Gefängnis. Er war kein ängstlicher Mensch, aber da hat er immer wieder Panikattacken bekommen. So sehr, dass die Pfleger mich gefragt haben, ob er ein Angstpatient wäre. Aber das ist die Begleiterscheinung von Corona. Weil die Menschen erleben, dass sie ersticken. An diesem letzten Sonntag bekamen wir die Info, dass ich ihn in der Folgewoche endlich mit Sondergenehmigung besuchen kommen könnte. Ich hätte gar nicht selbst fahren können, weil ich noch so schwach war und konnte die überschwängliche Freude, die ich hatte, auch gar nicht so zeigen. Im Nachhinein ist es schon so, dass ich denke: „Scheiße!“. Er schrieb dann noch: „Jetzt geht’s vorwärts!“ Er war ja eh so ein Kämpfer. Immer nach vorne gucken. Positiv bleiben. „Ich schaff das. Und mit dir an meiner Seite sowieso!“ Davon war er total überzeugt. Und dann war da wirklich dieses letzte „Ja, tschüss, bis morgen!“
Und dann war er so, dass ich wusste, Montag ist erst die Visite und dann kommt die Bewegungstherapeutin und ich dachte, da ist einfach Betrieb. Und was die da wirklich für jeden einzelnen Patienten als Aufwand haben, das ist ja Wahnsinn. Irgendwann dachte ich dann aber: Äh… 10 Uhr?! Andreas ist ja manchmal ein bißchen tüdelig, hat bestimmt dreimal die PIN falsch eingegeben, denn das Handy war aus. Und dann habe ich auf der Station angerufen um zu fragen, ob sie mal in sein Zimmer gehen können. Und da wurde mir gesagt, dass sie ihn morgens um 5 Uhr wieder auf die Intensivstation gebracht hätten. Und es hieß: „Ja, der brauchte mehr Sauerstoff. Er hat aber schon gesagt, dass er sie anrufen muss. Er meldet sich gleich!“ In dem Moment habe ich das als Zeichen der Überforderung des Personals gesehen. Klar, im Vordergrund steht der Patient, dem muss geholfen werden. In der Zeit war es ja wirklich irre, wie die Stationen voll liefen. Und ich meine, die können niemanden anrufen, wenn grade jemand droht zu ersticken. Da haben sie anderes zu tun. Irgendwann wurde es Nachmittag. Ich hab mich vorher immer gut betreut gefühlt von den Pflegern als Ansprechpartner, denn der Arzt ist ja immer nur ab und zu beim Patienten. Aber da habe ich dann gesagt, dass ich einen Arzt sprechen möchte, weil ich gar nicht mehr wusste was los ist. Und mir wurde nur gesagt, dass er Sauerstoff braucht und es ihm nicht gut ginge. Und am Abend bekam ich dann den Anruf, dass sie ihn sofort ins Koma legen und künstlich beatmen müssten. Da hab ich gar nichts mehr verstanden. Ich hab da ganz schlimm dran zu kämpfen gehabt, an der Frage, was ihm in den letzten Minuten vor dem Koma durch den Kopf gegangen ist. Diese Angst. „Überlebe ich das?“ Zwar geben sie den Patienten etwas zur Beruhigung und Coronapatienten bekommen Morphium, für die Lungen. Aber es ist trotzdem schrecklich zu wissen, dass er ganz allein zwischen fremden Menschen war. Zwar haben sich alle um ihn gekümmert, aber es war ja die ganze Zeit nie jemand da, der ihm nahe steht. In den vier Wochen, die er da lag, hat er mich nie gesehen. Es ist auch ganz deutlich von ihm rüber gekommen, dass er es schlimm fand in diesem Zimmer eingesperrt zu sein. Auch der Gedanke ein Pflegefall zu sein, nicht mal auf der Bettkante sitzen zu können und dann ging die Atemnot schon wieder los. Dieser Gedanke, dass vier Wochen keiner bei ihm war und er dann ganz allein gestorben ist…

Und in der Nacht haben sie mich dann angerufen und mir gesagt, dass ich am besten sofort kommen solle. Und da konnte ich dann alle Kräfte mobilisieren, von denen ich nicht geglaubt hatte, sie überhaupt noch zu haben und bin mit dem Taxi in die Klinik gefahren. Er lag da im Koma, aber ich konnte zu ihm. So wie die Ärzte sich verhalten, glauben sie auch, dass die Patienten das mitbekommen. Sie haben mir morgens gesagt, dass sie ihn nochmal drehen wollen und ich ruhig nach Hause fahren könnte. Aber ich bin nur eine halbe Stunde zu Hause gewesen. Du bist in so einer Situation ja nicht ruhig. Dann sollte ich zur Ärztebesprechung wieder kommen und dann hat die Ärztin mir gesagt, die letzte Möglichkeit wäre die ECMO. Sie hat mir erklärt, wie der Eingriff funktioniert und meinte aber: „Ich kann ihnen nicht versprechen, dass ihr Mann das überlebt.“ Ich habe gesagt, dass sie natürlich alles machen sollen, was möglich ist. „Sie können jetzt nochmal zu ihm,“ hat die Ärztin gesagt, woraufhin ich geantwortet habe: „Nee! Bis ich bei ihm drin bin, vergeht nochmal eine Viertelstunde. Ich geh jetzt nicht mehr rein.“ Das war für mich der Gedanke, dass ich nicht helfen kann, wir aber Zeit verlieren. Meine Mutter war ja die ganze Zeit mit dabei, und ich kann mich gar nicht daran erinnern, aber sie meinte, ich hätte gesagt: „Na hören Sie mal! Wenn auf der Straße ein Unfall passiert, warten Sie ja auch nicht erst noch mit den Wiederbelebungsmaßnahmen!“
Mittags haben sie dann angerufen. Der Eingriff ist zwar erstmal gut gegangen. Aber seine Werte wurden schlechter, so dass klar war, das seine Organe anfingen zu versagen. Dienstag habe ich endlich seinen Sohn erreicht, der mit mir nochmal hingefahren ist. Da hat auch noch ein Arzt mit mir und seinem Sohn gesprochen und gesagt, wie kritisch es steht. Aber sein Sohn war fest überzeugt, dass er es schafft. Klar, du suchst ja nach irgendwas, woran du dich festhalten kannst. Abends war ich dann wieder zu Hause, ich hatte die Nacht vorher nicht geschlafen – das tust du aber auch nicht, da kannst du noch so kaputt sein – und weiß noch, morgens war ich einen kurzen Augenblick eingeschlafen und bin wach geworden mit dem Gedanken: „Die haben die ganze Nacht nicht angerufen. Der hat sich bestimmt bekrabbelt!“ Ja. Aber war halt nicht so. Die Mitarbeiter haben dann wirklich die schreckliche Aufgabe dich anzurufen und dir zu sagen: „Ihr Mann schafft das nicht. Der wird heute versterben.“ „Okay!“ „Kommen Sie noch?“ „Ja, natürlich.“ Ich weiß heute, im Krankenhaus haben sie es wohl mir zu Liebe gemacht, dass sie meinen Mann stundenlang reanimiert haben, damit ich mich noch verabschieden konnte. Nicht, dass sie ihm Elektroschocks gegeben hätten. Aber die Organe, die nach und nach versagt haben, hätten sonst schon längst nicht mehr gearbeitet.

Andreas war ja immer ein so freundlicher Mensch und er hat auch gar nicht vergrämt ausgesehen, obwohl er ja vier Wochen allein war. Er hatte ein ganz entspanntes, freundliches Gesicht, so als ob er das als Erlösung empfunden hätte. Und da muss ich sagen, machen sie es im Clemens sehr würdevoll und lassen dir alle Zeit. Sie finden dort einen Rahmen – ob du gläubig bist oder nicht. Sie haben ihn ganz liebevoll hergerichtet und ein Kreuz im Zimmer gelassen… Ich habe das Gefühl gehabt, jeder kann hier so empfinden, wie er das möchte.
Ihn nochmal ohne Kabel zu sehen, so friedlich, ohne die ganzen Maschinen, wie in der Nacht, in der ich bei ihm gewesen bin… Das Bild im Gedächtnis zu behalten war gut. Als sie die Reanimation eingestellt haben, haben die Ärzte mir empfohlen, nicht dabei zu bleiben. Weil all die Geräte, an die er angeschlossen war, furchtbaren Lärm machen würden. Ich hatte erst das Gefühl, dass ich ihn doch nicht allein lassen könnte, aber die Ärzte haben mir zugesichert, dass nun immer jemand bei ihm sein würde und gesagt: „Es ist ja schon traumatisch genug, was Sie in den letzten Wochen erlebt haben. Sie müssen ja damit weiter leben. Und wenn Sie jetzt noch in dem Moment erleben, wie es nur piepst… Das lässt Sie nicht mehr los!“ Es ist eben nicht, als ob jemand in seinem eigenen Bett friedlich einschläft, wo du eventuell dabei bist. Sondern du bekommst Panik, weil ein Gerät nach dem anderen aus geht. Das war eine ganz schwierige Entscheidung, das muss ich sagen. Der Trauerredner, den ich hatte, der hat die Überzeugung, dass der Sterbende seine Angehörigen beeinflusst, ob man dabei ist oder nicht. Der hat mir gesagt: „Ihr Mann hat Sie beschützt. Sie haben noch genug zu ertragen. Er wollte nicht, dass Sie das jetzt auch noch erleben müssen!“ Da habe ich erstmal ganz doof geguckt. Dann sagte er: „Bei alten Menschen, die zu Hause gepflegt werden und im Sterben liegen, ist es so oft, dass der Angehörige nur zur Toilette geht und zurück kommt und der Mensch ist verstorben.“ Ich weiß bis heute nicht, ob ich davon überzeugt bin. Ich weiß aber, dass meine Entscheidung richtig war. Ich hatte ja die Zeit mit ihm, bevor sie ihn ins Koma gelegt hatten, in der er sich gefreut hat, dass wir uns bald wieder sehen. Ich glaube, ich wäre durchgedreht, wenn ich das Abschalten der Apparate hätte miterleben müssen. Vielleicht war es auch mein eigener körperlicher Zustand, dass ich gesagt habe, dass ich es nicht anders schaffe. Aber auch der ernst gemeinte Rat der Ärzte. Ich muss mit dieser Entscheidung weiterleben. Wer weiß wie lange. Geholfen hat mir sehr, dass man mir sehr schnell einen Platz bei einer Psychotherapeutin zur Verfügung gestellt hat. Wo für mich sehr interessant war, dass sie mir im März/April gesagt hat, sie hätte sich im Januar sehr große Sorgen um mich gemacht. Tatsächlich habe ich im Dezember gedacht, warum konnte ich nicht auch gehen. Später konnte ich es für mich umdrehen. Ich habe das große Glück und kann weiterleben. Auch mit Sätzen von Andreas im Kopf, dass er gern 80 – 85 Jahre alt werden würde. Und dann beginnt das Leben ab dem 02.12. Wie geht es weiter? Auch für mich selber?
Manchmal frage ich mich, wie ich das alles mit meinem Kopf geschafft habe. Der ganze Esstisch war voll mit Zetteln. Natürlich hilft dir bei vielem das Beerdigungsinstitut. Aber es war so vieles, was ich regeln musste. Ich musste mir alles aufschreiben, weil ich mir ja nichts mehr merken kann. Bis heute habe ich mit den Spätfolgen zu kämpfen. Damals hatte ich fast das Gefühl in einem Strudel zu sein. Immer Notizen, auch im Handy, damit ich mir sicher sein kann, ich vergesse jetzt nichts wichtiges, da geht mir nichts durch… Hilfe von anderen war zwar da, aber… erst sind die Menschen da, aber deren Alltag geht natürlich auch weiter und mit dem Corona-Mist hat ja jeder seine Probleme. Es gibt so zwei-drei Leute, die sind immer da. Von manchen Leuten bin ich aber echt enttäuscht. Ich weiß nicht, ob sie selber nicht mit der Situation umgehen können, ob sie überfordert sind, wirklich nicht wissen, was sie sagen sollen… Ich bin jeden Abend alleine. Von jetzt auf gleich. Ich hader dann auch irgendwas zu sagen. Aber es kommt auch keiner auf die Idee zu fragen, was ich Ostern mache. Oder zu sagen: „Dann und dann grillen wir, kommst du dazu?!“ Obwohl ich weiß, dass sie das tun. Das hat mich richtig getroffen. Je größer die Distanz wird, umso schwieriger wird es dann auch… Es ist ja immer ein Unterschied, ob es Bekannte oder Freunde sind. Es gibt zwei-drei Leute, wenn die mich sehen, sind die ganz schnell in ihrer Haustür. Da denke ich mir, das ist ja nicht mein Problem. Es ist nicht meine Aufgabe, denen zu helfen. Aber von Freunden, oder denen, die es all die Jahre vorgegeben haben zu sein, würde ich mir wünschen, dass sie mal fragen: Wie geht es dir denn wirklich? Was machst du? Hast du schon einen Überblick? Wenn ich dann sage, dass ich nicht drüber sprechen möchte, ist es ja gut. Es geht ja nur darum, das Gefühl zu haben, da fragt mal einer nach. Ich würde danach fragen. Aber es sind ja auch immer die selben Leute im Leben, die irgendwelche Ehrenämter übernehmen oder meinen anderen helfen zu müssen. Und andere sehen das nie in ihrem Leben. Kürzlich habe ich aber erlebt, dass jemand, den ich seit vielen Jahren nicht gesehen habe, mich einfach gefragt hat: „Hast du Lust zu reden? Wie geht’s dir? Willst du zu uns kommen? Sollen wir zu dir kommen?“ Er kannte Andreas ein bisschen, aber wirklich nicht viel. Als er gehört hat, was passiert ist, hat er einfach den Hörer in die Hand genommen und mich angerufen…


Das Gespräch mir Julia bleibt das letzte in meiner Serie Faces in Times of Corona. 16 Monate habe ich die Pandemie mit meiner Kamera begleitet, 52 Interviews geführt, euch eure Geschichten erzählen lassen, euren Sorgen, euren Nöten und euren Hoffnungen Raum gegeben und sie für die Zeit „danach“ dokumentiert. Ohne Fördermittel habe ich um die 1000 Arbeitsstunden in dieses Projekt gesteckt – das einzige seiner Art. Denn kein anderer Fotograf hat von Anfang an Menschen aus so unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen vor der Kamera gehabt wie ich und dabei auch noch die Gedanken dieser Menschen festgehalten. Dabei habe ich tausende Bilder gemacht, von denen ich 400 bearbeitet und schließlich 208 Bilder veröffentlicht habe. Einen Bildband gestaltet, in dem die bewegendsten Bilder und wichtigsten Zitate festgehalten sind. Vom 06. Juni bis 24. Oktober 2021 werden ca. 50 dieser Bilder im Stadtmuseum Quakenbrück gezeigt. Danach wird es mit einem neuen Projekt weiter gehen. Damit dir nichts entgeht, trag dich doch hier für meinen Newsletter ein.

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