Strahlender Frühling, es zieht mich nach draußen. Ich möchte Menschen treffen, die ich gern um mich habe, ich möchte mit ihnen albern bis kontrovers sprechen, weinselig mit ihnen in den Nachthimmel schauen. Ach nee, das geht ja gerade nicht. Is‘ ja Corona.
Daran müssen wir uns alle gewöhnen: dass vielleicht unser gewohntes, sehr freies Leben auf lange Sicht nicht mehr so sein wird, wie wir es kennen und schätzen. Zurückgeworfen auf uns selber, in einer Situation, die für uns alle neu ist. Auch für diejenigen, die jetzt unsere Freiheit einschränken zum Schutz vor allem der Risikogruppen.

Ich gehöre zu denen, denen es (noch?) „gut“ geht: Meine Familie, auch die Elterngeneration, ist gesund und fit, ich habe als Freiberuflerin kaum Auftragseinbußen bis jetzt. Und doch ist es nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bekommen – die Kinder mit ihren Bedürfnissen, die Jobs, das Beschulen, alles andere, was unser Leben ausmacht.

Ich bin und bleibe ambivalent. Ist das so, wie wir es jetzt erleben, so restriktiv, wirklich richtig und unumgänglich? Ich persönlich habe keine Angst vor Corona. Klar halte ich mich an die Maßnahmen, aber ich zweifle.
Was mich wirklich besorgt: die zunehmende Härte und soziale Kälte, die ich on- und leider auch manchmal offline beobachte. Dass wir gerade unsere Wirtschaft komplett vor die Wand fahren. Was mit all den Kindern passiert, die ein bedrohliches Zuhause haben und jetzt darin festhängen. Das Denunziantentum, das für mache Menschen wieder salonfähig ist.

Ich bin schon jetzt gespannt auf die Rückschau, die ich heute in einem Jahr halten kann.

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